Eine Vita mit Freude am Schreiben & dem Zauber der Ungewissheit

Schreiben ist für mich alles: Liebe und Frustration, Zauber und Ungewissheit, Mühe ums Perfekte und Ergeben ins Unperfekte, Mut, mich zeigen zu wollen und Angst, genau das zu tun. Es ist für mich der Sinn des Lebens, und gleichzeitig habe ich eine große Portion Zweifel, ob das nicht zu viel verlangt ist vom Schreiben. Das mir doch vor allem eines macht: Freude!

 

Ich liebe es, mit meinen Zeilen zu unterhalten, zu berühren, zu trösten, abzulenken. Auf den Punkt zu kommen ebenso wie ums Schwarze herum zu erzählen. Meine Geschichten haben immer auch mit meiner Geschichte zu tun. Meine Liebe zum Geschichten erzählen begann früh. Doch der Weg zur Autorin war keinesfalls ein klar vorhersehbarer. Erst in der Rückschau erkenne ich, dass ich mit dem Weg zu mir auch der Liebe zum Schreiben und Geschichten erzählen wieder näher gekommen bin. So nah, dass irgendwann das erste Buch von mir erschien. Doch der Reihe nach...  

 

 

 

 

 An einem Sonntag im Sommer 1968 wurde ich als Grit Bloß in Dresden geboren. Im ferngeheizten Plattenbau groß zu werden, hatte vor allem einen großen Vorteil: Es gab jede Menge Kinder in meinem Alter und damit Freunde zum Spielen. Wir dachten uns Geschichten und Abenteuer aus und erschufen uns jeden Tag unsere eigene kleine Welt.  

Sobald ich lesen konnte, verschlang ich Bücher. Bibliotheken zählten schon seit meiner frühen Kindheit zu meinen Lieblingsorten. Noch heute liebe ich es, nicht nur in meiner Heimatstadt, sondern auch unterwegs, ob im In- oder Ausland, diese für mich magischen Orte aufzusuchen.

 

Nach dem Abitur zog es mich in die große, weite Welt. Um genau zu sein, zweihundert Kilometer in Richtung Norden: nach Berlin. Hier begann ich Betriebswirtschaft zu studieren. Gleichzeitig tauchte ich ein in diese schon damals pulsierende Großstadt, eine Stadt im Pendel zwischen Kiezleben und Weltoffenheit. Ich saugte das Angebot an Kunst und Kultur auf Straße, Bühne und Leinwand auf wie ein Schwamm – und staune eigentlich noch im Nachhinein, dass ich mein Studium trotz der tausend Ablenkungen zum Abschluss gebracht habe.

 

Berlin bot mir auch erste Erfahrungen auf dem Weg ins Berufsleben. Und die hatten allesamt was „mit Medien“ zu tun: der Nebenjob beim Berliner Abendblatt, das Praktikum bei der Berliner Zeitung, die Jobs bei der Deutschen Welle sowie der taz, die tageszeitung.

 

 Ende der Neunzigerjahre sorgte eine Stellenanzeige in der Sächsischen Zeitung dafür, dass ich dem Ruf zurück nach Dresden folgte. Neben meinen Job genieße ich hier nach acht Jahren Berlin die Tatsache, dass in Dresden viele Wege nicht länger als maximal eine halbe Stunde dauern und die Elbe bei mir fast vor der Haustür liegt.

 

Ich bin der Medienbranche bis zum heutigen Tag treu geblieben: Als Leiterin der Unternehmenskommunikation der DDV Mediengruppe fange ich im geschriebenen und gesprochenen Wort die Facetten dieses so vielfältigen, stetig wachsenden Unternehmens ein.

 

Man könnte meinen, mir würde das „Geschichten erzählen“ im beruflichen Umfeld genügen. Trotzdem widmete ich meine freie Zeit in den vergangenen Jahren wieder mehr dem Schreiben, zunächst vorrangig von Kurzgeschichten. Ich las sie stets nur im kleineren Kreis vor – bis eine Freundin meinte: „Schreib doch mal ein Buch. Ich würde auch fünf davon kaufen.“ Wenn das kein Antrieb war?

  

Im Herbst 2017 war es tatsächlich soweit: Mein Debüt „Grüße vom Sofa“ erschien im SAXO’Phon Verlag – mit sechzehn Kurzgeschichten über den Alltag. Und nach mehrfach charmant-hartnäckigem Nachfragen der Verlagskollegin nach weiteren meiner Kurzgeschichten, folgte Anfang 2019 Buch Nummer zwei: „Vom Nichtstun und Bleibenlassen“. Ich bin dankbar, dass es mein mittlerweile erwachsener Sohn mit entspannt-stolzer Fassung trägt, ab und an in meinen Geschichten aufzutauchen.

 

 

Im April 2020 wurde bei der DDV Edition mein drittes Buch "Versuchsweise glücklich" verlegt, eine 6-Minuten-Heilmethode im Selbstversuch. Und damit kam eines meiner Herzensprojekte auf den Weg: Das Manuskript, welches ich gut vier Jahre zuvor als mein persönliches Tagebuch zum „Healing Code“ begonnen hatte.

 

Es ist mir eine Freude, meine Erfahrungen mit dieser Heilmethode so auch mit anderen teilen zu können.

 

 

Ich liebe es, in Dresden zu leben, zu arbeiten und zu schreiben. Und wird es mir hier mal zu eng, zu barockig, zu sächsisch, mache ich mich auf zu meinen Lieblingsplätzen in Berlin oder, wie fast jedes Jahr, ans Meer – mal für eine kürzere, mal für eine längere Zeit. Hier könnte ich ewig sitzen und den Wellen beim Kommen und Gehen zusehen.

 

Ich genieße es, alltägliche Begegnungen jenseits meines Sofas aufzuschreiben. Vielleicht passiert mir manches ja nur deshalb, um es später in Geschichten verarbeiten zu können. Sollte es so sein, kann ich nur sagen: Danke, liebes Leben!