Kolumne

 

Geht nicht?

Februar 2021

 

Und, was macht ihr zu Ostern?“, fragt mich meine Nachbarin gestern Abend. „Nichts. Und ihr?“, gebe ich zurück. „Nichts“, meint sie achselzuckend. Etwas nachdenklich heben wir in stillem Einvernehmen die Gläser, in denen der Rotwein auf uns wartet, und prosten uns über die Balkonbrüstungen zu.

Ostereier-Suche in der Großfamilie? Pustekuchen. Oster-Wanderung? Fehlanzeige. Osterbrunch in der Lieblingskneipe? Gestrichen. Die Antwort ist immer: Corona. Geht nicht gibt’s eben doch. Auch die kommenden Tage am Stück. Widerspruch zwecklos.

Auf der Agenda stattdessen staatlich verordnetes Nichtstun. Es braucht nicht einmal mehr Ausreden, um auf dem Sofa liegen zu bleiben. Klingt wie ein groß angelegtes Experiment nach dem Motto „Deutschland trifft sich selbst“.

Noch habe ich keine Ahnung, was dabei herauskommen kann. Mit höchster Wahrscheinlichkeit mal keine Antworten a la höher, schneller, weiter. Das Übliche greift hier nicht. Also „Grüße vom Sofa“ statt Fotos vom Kurzurlaub.

Dieses Ostern liegt wie ein unbeschriebenes Blatt vor mir. Keine Ahnung, was es für eine Geschichte schreibt: Drama, Komödie, Stummfilm? Ich ahne schon: Die Entscheidung liegt bei mir.