Unterwegs

Kapitel 37: In der Fremde willkommen
„Bom dia.“ Es sind nur zwei Worte. Doch genau diese wenigen Silben sorgen dafür, dass es mir in Fuseta immer wieder warm wird ums Herz: Dieses Land und seine Menschen sind gut zu mir, mit ihrer Willkommenskultur für Fremde wie mich.

Kapitel 36: Häutungsprozess
Meine Haut ist trocken, rissig und schuppt sich. Als wäre es ihr zu eng geworden unter der portugiesischen Sonne. Als wäre es Zeit, die Schicht abzulegen, die ich aus dem deutschen Winter mit hierher in dieses sonnenverwöhnte Land gebracht habe.

Kapitel 35: Auf nach Fuseta!
Assis lacht viel. Seine Stimme ist laut. Je länger seine Sätze werden, umso lauter wird sie. Er hofft, dass ich ihn so besser verstehe. Immer wieder blickt er zu mir herüber, nickt, lacht. Allerdings habe ich kein Problem mit meinem Gehör, sondern mit meinem fehlenden portugiesischen Wortschatz.

Kapitel 34: Gespräche mit Ausblick
Freddy zieht es heute weiter nach Spanien, hin zu mehr familiärer Geselligkeit. Er will seinen Bruder in Granada besuchen, nach hundert Tagen Einsamkeit nun also hinein in die spanische Großfamilie.

Kapitel 33: Auf den Hund gekommen
Der Hund nähert sich mir, seine Bewegung ist eine zauberhafte Promenadenmischung aus zielstrebig und unschlüssig. Ich kenne ihn. Er fiel mir gestern schon auf, als er vor dem Haus langsam die Straße entlanglief, sein hellbraunes Fell zerzaust, das linke Ohr leicht abgeknickt.

Kapitel 32: Heldin der Landstraße
Dieses Fahrrad ist ganz sicher nicht ergonomisch auf mich eingestellt. Schon auf den ersten Metern rutscht die Sattelstange immer wieder nach unten. Und während ich in die Pedale trete, signalisieren mir meine Beine: Diese Sitzposition ist echt suboptimal.

Kapitel 31: Emotionale Achterbahnfahrt
Als ich die Augen öffne, schießt mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf und mit einem Schlag bin ich hellwach: Ich habe nicht auf mein Gepäck aufgepasst! Hektisch schaue ich mich um, kann aber meine Tasche nirgendwo entdecken. Weg. Und damit Handy, Geld und ec-Karte.

Kapitel 30: Natur pur
Ich schreie, so laut ich kann: „Ist da jemand? Kann mich jemand hören?“ Keine Antwort. Nur das Tosen der Wellen. Dem Meer scheint es egal zu sein, was ich hier tue. Seine stoische Art vermittelt mir: Wenn du schreien willst, dann schreie. Aber mach nicht so viel Aufhebens darum.

Kapitel 28: Die erste Nacht
Die Matratze ist viel weicher als zu Hause. Durchgelegen, denke ich, trifft es genauer. Dafür liegt das Kissen steif unter meinem Kopf, die kleinen Bällchen der Kunststofffüllung drücken sich in Knubbeln durch den dünnen Bezug.

Kapitel 27: Ankunft in Faro
Vielleicht endet meine Reise schon, bevor sie richtig angefangen hat: am Flughafen von Faro, am Schalter für die Einreise. Weil all die Papiere und Tests, die ich bei mir trage, keine Gnade finden würden vor den Augen des portugiesischen Beamten hinter der Scheibe.