Kolumne

 

Auf und davon?!

März 2021

 

Es beginnt mit einem Gefühl. Vor über einem Jahr klopft es das erste Mal bei mir an und raunt mir fragend zu: Wann gab es in deinem Leben zuletzt etwas wirklich Neues. Jenseits deiner Komfortzone?

Das Gefühl kämpft nicht, es ist nicht einmal laut. Dafür verströmt es sanft aber stetig eine Sehnsucht… „… ich muss mal weg, kenn jede Taube hier beim Namen.“ Und plötzlich kann ich keiner Taube mehr hinterherschauen, ohne an diese Textzeile zu denken, ein sehnsuchtsvolles Ziehen in der Brust. Ich mache das schon noch, irgendwann mal, flüstere ich dem Gefühl zu. Es nickt mir lächelnd zu und richtet sich ein, um zu bleiben. In meinen Gedanken, in meinen Träumen.

Und nun also packe ich meinen Rucksack: Hundert Tage ein anderes Land, eine fremde Sprache. Keine Termine, keine Pläne. Auszeit von allem. Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, wann es das das letzte Mal gab in meinem Leben.

Konfuzius sagt: Wohin auch immer du gehst, dort bist du. Ob mir das gefallen wird?

Fürs Erste mache ich mich leer von meinen eigenen Erwartungen. Und der anderer. Ich muss nichts erreichen, nichts beweisen. Ich muss endlich mal rein gar nichts. Und je mehr ich mich leere, desto größer wird meine Neugier: Auf das andere Land, die fremde Sprache – und auf mich!